Was Demenzbegleitung bei uns bedeutet
Menschen mit Demenz brauchen nicht in erster Linie mehr Medikamente oder mehr Therapie, sie brauchen Vertrautheit, Ruhe und einen Alltag, der Sinn ergibt. Wir kommen regelmäßig, zur selben Zeit, und mit demselben Gesicht. Das klingt unscheinbar, ist aber der entscheidende Unterschied.
Eine feste Betreuungskraft kommt zu Ihnen oder Ihrer Mutter, Ihrem Vater nach Hause. Wir gehen gemeinsam Kaffee trinken, schauen alte Fotos an, singen vielleicht, sortieren Wäsche, gießen Blumen, gehen spazieren durch den Kurpark in Bad Segeberg oder einfach ums Haus. Was hilft, ist immer individuell, wir finden es heraus.
Wir erbringen keine medizinische Pflege, keine Körperpflege, keine Medikamentengabe. Wenn das nötig ist, arbeiten wir gerne mit einem ambulanten Pflegedienst in Bad Segeberg zusammen, die machen die Pflege, wir machen den Rest vom Tag.
Was wir konkret tun
- Tagesstruktur aufbauen. Gleiche Uhrzeiten, gleiche Abfolgen, erkennbare Rituale. Das senkt Unruhe und macht den Tag planbar.
- Biografisches Arbeiten. Wir sprechen über die Jugend, den Beruf, den Garten, die Kinder. Alte Erinnerungen sind bei Demenz oft stabil, das ist kostbarer Gesprächsstoff.
- Aktivierung. Nicht zwingen, aber anbieten: gemeinsames Backen, einfache Handarbeit, Zeitunglesen, Fotoalbum, Karten spielen.
- Spaziergänge. Bewegung senkt Unruhe. Wir gehen denselben Weg, das macht Orientierung leichter.
- Haushalt nebenbei. Wäsche, Einkauf, Essen vorbereiten, Küche aufräumen. Ganz ohne "jetzt lassen Sie mich mal, das mache ich", sondern gemeinsam.
- Entlastung für Sie als Angehörige. Ein paar Stunden Luft pro Woche retten Sie vor dem Pflege-Burnout. Das ist strategisch klug, nicht schwach.
Was wir nicht tun
- Körperpflege (Duschen, Waschen, Toilettengang)
- Medikamente stellen oder verabreichen
- Verbandswechsel, Injektionen, Blutzuckermessen
- Krankenbeobachtung im medizinischen Sinne
All das übernimmt bei Bedarf ein ambulanter Pflegedienst. Wir empfehlen gerne einen Partner vor Ort in Bad Segeberg, mit dem wir schon länger zusammenarbeiten.
Was kostet das, und wer zahlt es?
Unser Stundensatz ist 32 Euro. Gute Nachricht: Bei Menschen mit Demenz und einem Pflegegrad wird die Alltagsbegleitung in den allermeisten Fällen vollständig von der Pflegekasse übernommen.
Entlastungsbetrag
Reicht für eine Stunde pro Woche, typisch bei beginnender Demenz.
+ Umwidmung
Entlastungsbetrag plus bis zu 40 % der Pflegesachleistung, reicht für zwei bis fünf Stunden pro Woche.
Verhinderungspflege
Ab PG 2. Als pflegender Angehöriger können Sie damit eine Auszeit finanzieren, wir springen ein.
Zur ausführlichen Preisübersicht mit Rechner →
Wie wir auf Demenz eingestellt sind
Alle unsere Betreuungskräfte sind speziell für den Umgang mit Menschen mit Demenz geschult. Dazu gehört:
- Grundqualifikation nach §53c SGB XI (40 Stunden Basis)
- Zusatzmodul Demenz (16 Stunden, validierender Umgang nach Naomi Feil)
- Regelmäßige Fallbesprechungen im Team, schwierige Situationen werden gemeinsam reflektiert
- Erweitertes Führungszeugnis, Haftpflicht- und Unfallversicherung
Wenn es schwierig wird
Demenz verläuft in Phasen. Nicht jeder Tag ist gut, und herausforderndes Verhalten, Aggression, Verweigerung, Weglauftendenz, gehört oft dazu. Wir nehmen das nicht persönlich, wir kennen die Muster, und wir bleiben ruhig.
Sollte sich die Betreuungssituation über Alltagshilfe hinaus verändern, beraten wir Sie ehrlich. Manchmal ist der Schritt in eine Tagespflege oder ein Wohnprojekt richtig, wir helfen bei dieser Entscheidung, auch wenn es heißt, dass wir selbst nicht mehr die richtige Lösung sind.
Ein typischer Einsatz
Dienstag- und Freitagvormittag, 9 bis 11 Uhr. Frau Ahrens, 78, leichte bis mittlere Demenz. Ich klingele, sie weiß nicht immer, wer ich bin. Ich sage meinen Namen und dass wir zusammen Kaffee trinken wollten, wie letzte Woche. Meistens erinnert sie sich dann, manchmal eben auch nicht. Dann beginnen wir eben noch einmal.
Wir machen gemeinsam Kaffee, sie erzählt von ihrer Tochter, dieselbe Geschichte wie letzte Woche, das stört mich nicht. Wir räumen die Küche auf, schauen aus dem Fenster, gehen einmal um den Block. Sie bekommt die Post in die Hand und sortiert sie, das hat sie vierzig Jahre gemacht im Beruf, und es geht noch gut.
Vor dem Gehen richte ich ihr das Mittagessen, das die Tochter vorbereitet hat. Dann schreibe ich in ihr Heft, was wir gemacht haben, damit die Tochter am Abend weiß, wie es war. So ist sie nicht allein, und die Tochter kann nachmittags ohne schlechtes Gewissen arbeiten gehen.
Was wir von Angehörigen oft hören
"Ich habe es kaum ausgehalten. Ich hatte das Gefühl, ich vernachlässige sie, und gleichzeitig konnte ich selbst nicht mehr. Seit wir Sie haben, ist die Stimmung zu Hause eine andere, auch wenn Sie nur zweimal in der Woche kommen."
"Meine Mutter merkt gar nicht, dass Sie nicht zur Familie gehören. Sie freut sich Dienstags und Freitags, auch wenn sie nicht mehr weiß, warum. Das ist das größte Geschenk für uns."