Die ersten zwei Wochen zu Hause sind die kritischen
Im Krankenhaus ist alles geregelt: Essen kommt aufs Zimmer, der Medikamentenplan läuft, Pflege ist da. Zu Hause ist auf einmal niemand mehr. Einkauf, Wäsche, warme Mahlzeit, der Arzttermin zum Fädenziehen, der Physiotherapeut, alles muss wieder selbst organisiert werden. Und das ausgerechnet jetzt, wo der Körper noch nicht bei 100 % ist.
Wir springen genau hier ein. Schon bevor Ihr Angehöriger entlassen wird, können wir mit Ihnen einen Alltagsplan für die ersten Wochen machen. Ab Tag 1 zu Hause ist dann jemand regelmäßig da, den Sie und Ihr Angehöriger kennenlernen und dem Sie vertrauen können.
Was wir in dieser Phase übernehmen
- Erster Einkauf direkt am Entlassungstag. Frisches Brot, Obst, was auch immer auf dem Zettel steht.
- Warme Mahlzeiten. Einfach, gesund, nach Wunsch. Oft gemeinsam.
- Begleitung zu Nachkontrollen. Zum Arzt, zur Physiotherapie, zum Apotheker. Wir fahren oder begleiten zu Fuß.
- Wäsche und Haushalt. Auch Bettwäsche nach der Entlassung, oft ein Thema, an das keiner denkt.
- Gesellschaft und Blick-drauf-Haben. Ist der Kreislauf stabil? Geht es dem Angehörigen sichtbar besser oder schlechter? Wir beobachten achtsam, ohne medizinisch einzugreifen.
- Kommunikation mit der Familie. Wir schreiben Ihnen als Kinder oder Enkel, wenn etwas auffällt. Sie müssen nicht jeden Tag selbst anrufen und fragen.
Wundversorgung, Spritzen, Körperpflege, Medikamentengabe, das machen ambulante Pflegedienste. Wir arbeiten mit einem Pflegedienst in Bad Segeberg zusammen, wenn das parallel nötig ist. Sie bekommen von uns einen Kontakt, wir stimmen die Einsätze gemeinsam ab.
Was Sie schon im Krankenhaus einleiten sollten
- Sprechen Sie den Sozialdienst der Klinik an. Jede Klinik hat einen. Der kennt die Übergangsleistungen, auch "Haushaltshilfe nach §38 SGB V", eine oft übersehene Krankenkassenleistung direkt nach stationärem Aufenthalt.
- Fragen Sie nach einem Pflegegrad. Wenn noch keiner da ist: Beantragen Sie ihn. Der Antrag gilt ab dem Tag der Antragstellung, rückwirkend. Je früher Sie beantragen, desto früher zählt das Geld. Wie Sie den Pflegegrad beantragen.
- Lassen Sie Reha-Bedarf prüfen. "Reha vor Pflege" ist ein gesetzlicher Grundsatz. Manchmal ist vier Wochen Reha sinnvoller als direkt nach Hause.
- Planen Sie die Übergabe. Wer ist wann zu Hause? Wer bringt die Medikamente mit? Wer kauft ein? Wer wischt das erste Mal Staub? Machen Sie einen konkreten Plan für die ersten sieben Tage.
- Rufen Sie uns an. Wir können in vielen Fällen noch am selben Tag kommen und zum Kennenlernen ins Zimmer vorbeikommen, wenn die Klinik das erlaubt.
Wie schnell können Sie starten?
Wenn Sie morgens anrufen, kommen wir meist übermorgen zum ersten Termin. Oft auch schneller.
Wenn eine Entlassung kurzfristig ansteht und noch niemand da ist, versuchen wir, innerhalb weniger Stunden zu kommen. Einfach anrufen.
Am besten: Wir besprechen schon während des Klinikaufenthalts, was nach der Entlassung läuft. Dann ist Tag 1 zu Hause kein Chaos.
Wer bezahlt das?
Das hängt davon ab, wie die rechtliche Situation aussieht. Es gibt drei Wege:
- Haushaltshilfe nach §38 SGB V. Die Krankenkasse (nicht die Pflegekasse) zahlt nach stationärem Aufenthalt bis zu vier Wochen eine Haushaltshilfe, vor allem wenn Kinder unter 12 im Haushalt leben, aber in Ausnahmefällen auch bei Erwachsenen. Fragen Sie beim Sozialdienst der Klinik oder direkt bei der Kasse.
- Entlastungsbetrag nach §45b SGB XI. Ist ein Pflegegrad da (oder wird er beantragt), sind 131 €/Monat für anerkannte Alltagshilfe reserviert. Wir rechnen das direkt ab.
- Selbstzahler mit Steuerabzug. Ohne Pflegegrad und ohne §38-Anspruch können Sie uns selbst zahlen und 20 % der Kosten nach §35a EStG steuerlich absetzen.
Was passiert beim Erstgespräch?
Sie rufen an, wir verabreden uns für einen kurzen Termin bei Ihnen oder direkt im Krankenzimmer. Dabei geht es um drei Dinge:
- Wir hören zu. Was ist passiert, was kommt jetzt, was braucht Ihr Angehöriger in der nächsten Zeit?
- Wir schauen pragmatisch. Was können Sie als Familie selbst übernehmen, was ist der Teil, den wir besser einkaufen? Keine Pauschalempfehlung, sondern ein ehrlicher Blick.
- Wir klären die Finanzierung. Ist ein Pflegegrad da? Brauchen wir einen Antrag? Gibt es §38-Haushaltshilfe? Das setzen wir gemeinsam auf, wenn Sie wollen.
"Meine Mutter kam nach Oberschenkelhalsbruch aus Neumünster zurück. Ich arbeite in Hamburg. Die ersten Wochen waren eine Katastrophe, bis Frau B. von Embke zweimal in der Woche kam. Einkauf, Essen, ein bisschen Gesellschaft. Ich konnte wieder Arbeit von Familie trennen. Das war Gold wert."
Tochter einer Kundin, 52, Hamburg
Typische Situationen, bei denen wir helfen
- Nach einer Hüftoperation oder Knieoperation
- Nach Schlaganfall, wenn Mobilität eingeschränkt ist, aber keine Pflegestufe-Pflege nötig
- Nach einem Herzinfarkt in der Reha-Phase zu Hause
- Nach einem Sturz mit längerem Klinikaufenthalt
- Nach operativen Eingriffen mit mehrwöchiger Schonphase
- Nach einer psychiatrischen Behandlung, wenn der Alltag Wiederaufbau braucht